FORST (2013)

The narrative videocollage FORST spans an arc from a primeval forest saturated in mysticism to the mediatized nature theme park. Athletes pave their way through the thicket of the forest. Hikers and nature lovers indulge in their bodies, while children are under the magic spell of mythical creatures. An ecstatic passion-play about nature, power and your own decomposition.

FORST

von Maria Morata (Essay from Berlinale Blog)

Im seinem Film Forst collagiert Ulu Braun auf raue und unheimliche Weise Bildfragmente vor dem bukolischen Hintergrund eines Waldes. Da flimmern Sportbilder, flattern deutsche Olympiade-Fahnen, Menschengruppen praktizieren obskure Körper-Rituale und Kinder fliegen   im Spidermankostüm; Bilder aus Kindheitsurlauben mit Klappsessel und Wohnwagen sind ebenso zu sehen wie aus dem nichts aufgetauchende Kameramänner mit voluminöser Ausrüstung oder Choreographien mit Feuer und Fackeln. Natur und visueller Irrsinn verflechten sich auf der Leinwand: Jedes Bild gleicht einem Cadrave Exquis aus roh geschnittenen Videoschnipseln auf grüner Landschaftsoberfläche. Das romantische Bild des Waldes mit seinen schmalen Pfaden, Lichtungen und dicht stehenden Bäumen wird für kurze Dauer von elektronischen Eindringlingen bewohnt.

Weit entfernt von glatten und braven digitalen Transitionen, zeigen sich die elektronischen Nahtstellen. Das Kollidieren der visuellen Fragmente wird für die Zuschauer sichtbar und fordert ihr Assoziationsvermögen heraus. Die unterschiedlichen und disparaten visuellen Motive werden einem variationsreichen Katalog von Verfremdungstechniken unterzogen, die an die Anfänge der Videokunst erinnern und mit der Ästhetik analoger Technik kokettieren. Der Film bezieht seine Kraft aus der materiellen Instabilität des Bildes und seiner ständigen inhaltlichen Wandelbarkeit. Zum Takt der episch-wagnerhaften Musik von Max Knoth, übt Ulu Brauns Film Forst eine hypnotisierende Doppelwirkung durch die Aneignung des romantischen Waldbilds des collagierten Bildrhythmus aus und entwickelt eine neue Waldmythologie zwischen alltagstauglicher Irrealität und medialem Wahnsinn.

 

from Berlin Art Prize

Jury Statement

„Man sagt, es ist gut, wenn die Reise ein Ende hat, aber in Ulu Brauns Film FORST ist es die Reise, die zählt ‚“ Ulu hat eine Videoarbeit entwickelt, die in mancher Hinsicht, die Geschichten und die Ästhetik von inneren und anderen Planeten einfangen kann; eine Arbeit, die in ihrer mit Pathos aufgeladenen, aber dennoch humorvollen Verwendung von Computeranimation den Betrachtern zuflüstert: Misstraue allem, was ich sage. Ich erzähle die Wahrheit.‚

article by Harriet Thorpe / BerlinArtLink.com

…One work which attracted a seated and standing crowd on the opening evening was Ulu Braun‚˜s FORST (2013). This 10 minute single channel video collage was the winner of the prize for Best Composition, a prize focussing on visual components. The work is a narrative of layered footage which unfolds in a forest setting. A race is taking place and runners, film crews, animals and children all take part, in a fuzzy bubble of motion which unravels like a lucid dream. Stolen frames from fantasy lands are grafted into a new environment of saturated colours and the experience is surreal and confusing…

credits:

with: Katja Müller, Leni Schmidt, Theo Seidel, Rudolf Braun and others

music by Max Knoth

Edition of 5+2 AE, ©2013

in private collections

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FORST, 2013

installation view, Berlin Art Prize, 2014

FORST, 2013

installation view, Kunstverein Konstanz, 2014