…Außerdem gibt der Kölner Ehrenbürger Gerhard Richter in Ulu Brauns „Gerhard“ ein vermutlich unfreiwilliges Gastspiel. Mithilfe von KI lässt Braun den Maler in einer Satire auf den Kunstmarkt auftreten, die Richter als Vorstandsvorsitzenden seiner eigenen Legende zeigt. Auf dem Weg ins Büro, einer Mischung aus Deutsche-Bank-Turm
und eckig-bunt verglaster Kathedrale, wird Richter sogar von der Tierwelt gegrüßt, während ein gelacktes
Management-Team jede Eingebung des „Meisters“ wie eine unschlagbare Geschäftsidee begrüßt. Der Parforceritt
durch Richters Werk („Nimm den größeren Rakel!“) führt bald in seine Meisterklasse, in der
junge Influencer-Typen die angeblich unverwechselbare Handschrift des Künstlers ins nächste Jahrtausend
tragen. Die Behauptung, analoge Kunst werde die Künstliche Intelligenz überleben, straft sich hier selbst Lügen….